Hochräder

Warum  baute man Hochräder? Als es am Fahrrad noch keinen Kettenantrieb mit übersetzung  gab, galt die Gleichung: pro Pedaltritt eine Radumdrehung. Je größer also das Vorderrad, desto schneller die Fahrt. Mit der Einführung leichterer Materialien konnten die Hersteller das Vorderrad vergrößern. Die Hinterräder schrumpften entsprechend, um das Auf- u. Absteigen zu erleichtern. Das Hochrad erfand sich praktisch von selbst. Nachteile: Das Hochradfahren erforderte Mut, Talent u.  akrobatische Geschicklichkeit. Stürze über den Lenker waren an der Tagesordnung u. verliefen bei Vorderradhöhen von rund 1,50 m und ohne Sturzhelm selten  glimpflich.

Nachbau eines Hochrades aus dem Jahre 1881. Alle Teile wurden selbst konstruiert, sogar die Speichenmuttern. Die Felgen wurden aus einem Rohr gebogen, und anschließend das äußere Rohrteil abgeschnitten. Der Schwerpunkt liegt während  der Fahrt sehr weit vorne. Wer nicht über dem Lenker absteigen will, muss hier sehr behutsam gebremst werden.

Holz-Hochrad 1870
Kinder Hochrad anno 1882