24.-26.11.17 WM in Dornbirn - Moritz Herbst Vizeweltmeister

Am Wochenende wurde die UCI-Weltmeisterschaft im Hallenradsport in Dornbirn/Vorarlberg/Österreich ausgetragen. Annähernd 130 Sportler aus 20 Nationen kämpften von Freitag bis Sonntag im Kunstradfahren und Radball um Edelmetall.

Nach zuletzt Andrea Barth1996, wurde mit Moritz Herbst wieder ein Sportler vom RSV Wendlingen vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für diese Welttitelkämpfe nominiert. In seiner Disziplin, dem Einerkunstfahren der Männer gingen 22 Sportler aus 15 Nationen an den Start. Zunächst galt es aus diesen Fahrern in einem Vorkampf die vier Besten zu finden, die dann in einem Finale nochmals starteten um die Medaillengewinner zu ermitteln. Am Sonntagmittag dann die mit Spannung erwartete Entscheidung im letzten Block dieser Disziplin. Erwartungsgemäß hatten sich vor dem Start der beiden Deutschen schon Lukas Burri aus der Schweiz (166,35 Punkte) und Chin To Wong aus Hongkong-China (176,40) den Finaleinzug gesichert.

Danach dann Moritz Herbst bei seinem ersten WM-Auftritt. Nach eigener Aussage befiel ihn beim Betreten der Fläche eine unheimliche Nervosität, die er so nicht kennt. Zunächst klappte alles, Schweizer Handstand und auch der Maute-Sprung ok. Dann im Deutschen Lager die erste Schrecksekunde – Moritz mußte bei der Lenkerdrehung vom Rad. Er konnte diese jedoch ohne Fehler wiederholen, sodass nur der Sturz zu Buche schlug. Dass dies nicht zur gewohnten Sicherheit beigetragen hatte, versteht sich von selbst. Und prompt folgten nochmals zwei Fehler, die zu erheblichen Abzügen führten – beim Übergang zum Kehrstandsteiger und beim Übergang vom Kehrlenkersitzsteiger zum Kehrsteuerrohrsteiger mußte er vom Rad. Aber am Ende bedeuteten die herausgefahrenen 181,18 Punkte den erhofften Finaleinzug. Diesen schaffte auch Lukas Kohl (aus Kirchehrenbach) mit der Weltklasseleistung von 204,59 Zählern.

Am Nachmittag dann die letzte Kunstradentscheidung, das Einer der Männer.

Und die große Frage im Württembergischen Lager, kann Moritz Herbst mit einer Medaille nach Hause fahren? Zunächst legte Lukas Burri mit einer deutlichen Verbesserung gute 171,35 Punkte vor. Chin To Wong hatte anschließend einen Absteiger beim Drehsprung, konnte sich dennoch mit 178,51 Punkten an die Spitze setzen und die Medaille sichern.

Nun Moritz Herbst, der erneut 203,20 Punkte eingereicht hat. Ruhig und voll konzentriert betrat er mit seinem Rad die hellerleuchtete Fläche, die annähernd 3500 Zuschauer der ausverkauften Arena im Halbdunkel. Vor dem Start nochmals eine kurze Konzentrationspause und dann der Aufgang zum Lenkerhandstand. Diesmal sieht alles eine Idee sicherer aus und Moritz spult Übung für Übung fehlerfrei ab.. Nach 4 Minuten standen die Anzeigetafeln noch bei 200 Punkten. Dann baute er jedoch nochmals einen kleinen Lapsus ein, als er beim Übergang zum Standsteiger nicht sofort hinauskam und Prozentabzug hinnehmen mußte. Innerhalb der Zeit beendete er seine Kür und strahlte über alle Maßen, als das Endergebnis von 194,03 Punkten aufleuchtete und er damit die Silbermedaille gewonnen hatte und sich jetzt Vizeweltmeister nennen kann.

Mit stehenden Ovationen wurde er von der zahlreichen Württemberger Fangemeinde, die mit eigens angefertigten T-Shirts, zahlreich vertreten war, verabschiedet.

Weltmeister 2017 und Gewinner der Goldmedaille wurde sein Teamkollege Lukas Kohl, der erneut eine Weltklasseleistung darbot und von 207 aufgestellten Punkten 202,75 herausgefahren hat.