3.-4.6.11 EM Junioren in Höchst/AUT

Die Rheinauhalle in Höchst/Österreich war am vergangenen Wochenende Austragungsort der 31.Hallenradsport Europameisterschaft der Junioren. Jugendliche aus 12 Nationen suchten im Einer- Zweier- und Viererkunstradfahren, sowie im Radball ihre Europameister 2011. Die Deutsche Mannschaft, unter anderem mit Moritz Herbst vom RSV Wendlingen, der im Einerkunstradfahren der Junioren an den Start ging, war durch gute Qualifikationsleistungen in die Favoritenrolle gedrängt worden.

Und die Disziplin der Einer-Junioren wurde bereits am Ende des ersten Wettkampftages entschieden. Moritz Herbst musste mit der höchsten eingereichten Schwierigkeit als Letzter auf die Fläche. Zuvor hatte Philipp Kränzle, der zweite Starter des BDR (Bund Deutscher Radfahrer), die Messlatte durch einen fehlerfreien Vortrag recht hoch gehängt und mit 177,36 Punkten den bis dahin Führenden, Yannick Martens aus der Schweiz (156,18 Punkte), deutlich distanziert. Hoch motiviert und konzentriert begann Herbst seine Kür und schien auf Erfolgskurs zu sein. Plötzlich ging ein leichter Aufschrei durch den zahlreichen deutschen Anhang, - bei einem Übungswechsel hatte er zu viel Rücklage und musste zu Boden. Dieser Sturz konnte noch kompensiert werden. Doch dann der entscheidende Fehler. Beim Lenkerhandstand kam er aus dem Gleichgewicht und musste die Übung abbrechen. Obwohl er die restlichen Übungen fehlerfrei präsentierte hatte er am Ende durch die hohen Handstandabzüge „nur“ 171,62 Punkte auf dem Konto und musste sich mit der Silbermedaille und dem Vizemeister zufrieden geben und, wie im Vorjahr, erneut Philipp Kränzle den Titel überlassen. Die Bronzemedaille ließ sich Yannick Martes aus der Schweiz umhängen.

Die erste Entscheidung dieser Titelkämpfe fiel bereits zuvor im Zweierkunstradfahren der Juniorinnen. Das Deutsche Duo mit Maren Haase und Carin Rappenhöner wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit einer fehlerfreien Leistung und 108,35 Punkten sicherten sie sich ungefährdet den Titel und konnten sich bei der Siegerehrung das EM-Trikot und die Goldmedaille durch den Vertreter der UEC, Hilmar Hessler, überstreifen lassen.

Am zweiten Wettkampftag fiel die erste Entscheidung im Viererkunstradfahren der Juniorinnen. Hier wurde der BDR durch das Quartett des RMSV Aach vertreten. Mit einer tadellosen Vorführung ihrer Übungen konnten sie die Konkurrenz Problemlos in Schach halten. Mit 181,13 Punkten wurden sie Europameister und Goldmedaillengewinner. Silber ging an das Schweizer Quartett mit 162,59 Zählern und Bronze gewann das Team aus Österreich mit 143,84 Punkten.

Im Zweierkunstradfahren der offenen Klasse, hier sind gemischte Paare möglich, gab es eine enttäuschende Teilnahme. Lediglich vier Nationen hatten für diese Disziplin ein Paar gemeldet. Das Deutsche Duo mit André und Benedikt Bugner aus Klein-Winternheim fuhr dabei in einer anderen Liga. Mit einer ordentlichen Leistung wurden sie mit 137,61 Punkten ungefährdet Europameister und dürfen im nächsten Jahr das blaue UEC -Trikot tragen. Die Silbermedaille gewann das Tschechische Team mit Rozboril/ Frýbortová (91,66 Punkte). Die Bronzemedaille ging, erstmals in der Geschichte des Kunstradsports, an Sportler aus der Ukraine. Kristian Hey und Aliks Kuchera erklommen mit 44,13 Punkten das Siegerpodest.

Die Einer-Juniorinnen beendeten mit ihrer Entscheidung das Kunstradfahren. Hier wurden die Deutschen Farben durch Hannah Auth und Viola Brand vertreten. Die letzten fünf Starterinnen lagen in einem Bereich von 4 Punkten, sodass bereits der kleinste Fehler den Podestplatz kosten konnte. Hannah Auth, die Deutsche Nummer zwei, hatte mit einer absolut fehlerfreien Leistung 156,52 Punkte vorgelegt und lag damit auf Medaillenkurs. Die Tschechin Nikola Lebanková blieb ebenfalls fehlerlos und übernahm mit 157,02 Punkten in Führung. Die Österreicherin Adriana Mathis zeigte Nerven und stürzte kurz vor Schluss. Mit 154,07 Punkten fiel sie noch hinter Hannah Auth zurück. Der Druck war nun für Viola Brand aus Unterweissach, der letzten Starterin, sehr hoch. Aber die derzeit beste deutsche Juniorin zeigte Nerven und musste zweimal vom Rad. Damit waren alle Titelträume ausgeträumt und mit 150,59 Punkten fiel sie sogar aus den Medaillenrängen. Somit Gold für Nikola Lebanková (CZE), Silber für Hannah Auth (GER), und Bronze für Adriana Mathis (AUT).

Nichts für schwache Nerven war die Entscheidung im Radball. Da insgesamt sieben Mannschaften gemeldet hatten, wurde gemäß Bestimmungen der UEC, in einer einfachen Runde jeder gegen jeden gespielt. Die Favoriten kamen, wie schon im letzten Jahr, aus Österreich und Deutschland. Die Gastgeber waren Titelverteidiger, und Johannes Bauer und Patrik Schnetzer vom ausrichtenden RV Höchst, hatten bis zur letzten Partie alle Spiele gewonnen und sensationell im Spiel gegen die Schweiz ihren bisher einzigen Gegentreffer kassieren müssen. Der BDR schickte die Brüder Patrick und Matthias Mergel aus Bolanden/Pfalz ins Rennen. Die Beiden hatten ebenfalls bis zur Schlussbegegnung alles gewonnen, sodass im letzten Spiel, AUT-GER, die Entscheidung fallen musste. Das deutsche Duo hatte Probleme mit der aggressiven Spielweise der Österreicher und zwei Gegentore brachten die Mergels ins Hintertreffen. Bei diesen zwei Toren blieb es auch bis zum Schlusspfiff, sodass Österreich erneut Europameister wurde. Die Silbermedaille ging nach Deutschland und Bronze gewann, wie schon im Vorjahr, die Mannschaft aus der Schweiz.

Abschlusstabelle im Radball:

1. Österreich - 18 Punkte – 40:1 Tore

2. Deutschland - 15 Punkte – 27:6 Tore

3. Schweiz - 10 Punkte – 24:9 Tore

4. Frankreich - 9 Punkte – 21:27 Tore

5. Tschechien - 7 Punkte – 14:16 Tore

6. Belgien - 3 Punkte – 14:38 Tore

7. Ungarn - 0 Punkte – 1:44 Tore.